3 Gründe warum ich keine Pornos mehr schaue

(Lesezeit: ca. 2.5 Minuten) Auch wenn du es niemals glauben würdest: Alles was du siehst und hörst, inkubiert unterbewusst für ewig in deinem Körper und wird ein Teil von dir!

Heads-Up/Pants-down: In den Zeilen die ich hier veröffentliche, traue ich mich immer wieder raus auf Eisschichten die so dünn sind, dass ich mir noch nie zuvor so oft gedacht habe: „Alter, das kannst du unmöglich schreiben!“ und ich mache es hier trotzdem. Warum? Weil ich mir sicher bin, dass jeder Leser eine super interessante Meinung zu diesem Thema hat, und ich will sie hören - Dazu muss ich aber als erster die Hosen runter lassen! 

Offene Karten:

Ich bin 29 Jahre alt, heterosexuell und hatte mein erstes Mal mit 14. Ich habe in meinem Leben schon einige Pornos gesehen. Alles mögliche war dabei, teilweise echt merkwürdiges, fast lachhaftes und gleichzeitig verwirrendes Zeug.

Große Überraschung? Hoffentlich nicht!

Menschen schauen Pornos - Und zwar die aller meisten! It is what it is!

Promis, Politiker, jung, alt, Hetero- und Homosexuelle, Dorf und Stadt, Deutschland und Ausland – alle sind Mitglieder in diesem riesigen Club, über den aber niemand sprechen will.

Fakten/Zahlen:

Schaut man sich auf Alexa.com die Ranglisten der meist besuchten Internetseiten in Deutschland an, tummeln sich allein in der Top 50, gleich 4 Porntube-Seiten. Die Seite Xhamster.com ist aktuell auf Platz 17, weit vor Seiten wie Immobilienscout24.de, Bahn.de und Welt.de.

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Pornos genießen online grade also eine höheres Interesse (gemessen an Website Aufrufen) als der Immobilienmarkt, Nahtransport und die Nachrichten.

Pornos sind eins der letzten großen Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Alle am Start, und doch will es keiner gewesen sein!

Mein Experiment:

Ich habe mich dazu entschlossen, komplett aufzuhören Pornos zu schauen (Film+Fotos).

Regeln: 

Sex ist erlaubt, aber keine Pornos.

Ergebnis: 

Die Ergebnisse dieses Experimentes sind unglaublich und ich habe meine anfängliche Testdauer (66 Tage) auf unbestimmte Zeit verlängert!

3 Gründe warum ich mir keine Pornos mehr ansehe:

1. Epigenetik

Epigenetik ist ein Fachgebiet der Biologie, was sich mit den äußeren Faktoren befasst, die die Aktivität des Gens und damit, die Entwicklung der Zelle beeinflussen.

Im Zuge dieser Recherchearbeit, ist einer der klaren Ergebnisse (ich paraphrasiere jetzt): Die Person zu der wir uns entwickeln (Aktivität der Gene/Entwicklung der Zellen), ist fortwährend durch unsere äußeren Einflüsse, manipulierbar.

Potentielles Fallbeispiel/Soziales Umfeld:

Ein eineiiges Zwillingspaar (identische genetische Prädisposition) wird bei der Geburt getrennt und in stark voneinander abweichenden sozialen Umfeldern erzogen.

Implikationen:

Alles was diese Menschen sehen, hören und spüren, beeinflusst laut Forschern im Feld der Epigenetik, die Entwicklung der Gene.

Dieser (fortlaufende) Prozess bestätigt: Die Einflüsse denen wir uns aussetzen, bestimmen die Stärke der Ausprägung unserer Talente und Fähigkeiten.

Ist das System manipulierbar?

Die Logische Schlussfolgerung: Je mehr förderlichen Einflüssen man sich aussetzt (die richtigen Bücher/Mentoren/Nahrungsmittel/Menschen), desto höher ist der positive Einfluss auf die eigene Entwicklung.

Take-Away: 

Überträgt man diese Erkenntnis auf den Einfluss von Filmen (zB Pornos) auf die Entwicklung, so würde ich (für mich) argumentieren, dass die Inhalte nicht förderlich für mein persönliches Wachstum sind.

Diät für den Kopf:

Fitness ist einer größten Trends der letzten 10 Jahre und jeder möchte möglichst „lean“ und fit sein. Kalorien werden gezählt und jedes Gramm was Eintritt in das Königreich des eigenen Körpers erhält, unterliegt strengen Richtlinien.

Doppelmoral:

Warum gilt nicht ein ähnliches Regelwerk für den Kopf, dessen unvorstellbare, unbewusste Verarbeitungsgeschwindigkeit, anders als der Körper der innerhalb von max. 24 Stunden jeden Input umgewandelt hat, alle konsumierten Eindrücke und Bilder für immer abspeichert?

Warum ist Irgendeine verstörende Abhandlung mit schlechten Laiendarstellern kein Problem und gerne für immer als Gast im Kopf willkommen – aber der Cheeseburger geht leider gar nicht!?

2. Sucht

Wann bin ich süchtig? (Meine Definition)

In dem Moment, in dem das Verlangen nach einer Handlung für mich nicht mehr kontrollierbar ist, fühle ich mich süchtig.

Freiheit:

Es klingt paradox, aber die Emotion ist eindeutig! Das Gefühl, selbst bestimmen zu können, wann und vor allem auch ob ich Dinge tue, ist das ultimative Gefühl von Freiheit, generiert durch Kontrolle und Reflektion über meine Handlungen.

Porno als Teil des Tages:

Der Augenblick, in dem der Konsum von Pornos (oder sonst irgendwas) zur Routine wird, zum Autopilot-Projekt ohne wirklichen Grund, das ist der Moment in dem das Verhalten in Frage gestellt werden sollte (ich bin kein Arzt und tue auch im Internet nicht so als wäre es anders, aber solche Automatismen ähneln für mich der Morgenzigarette).

3. Emotionalität

Auf die Gefahr hin, wie ein Möchtegern romantischer „Porno-Robin-Hood“ zu klingen, muss ich sagen, dass für mich eine steigende (wenn auch nur filmische) Präsenz von Sex, Nacktheit, Intimität und Lust, ohne Zweifel zu einer negativen Korrelation mit der (emotionalen) Wertigkeit gegenüber all diesen Dingen führt.

Um es konkret zu machen:

  • Der Reiz geht verloren

  • Die Intimität verliert Ihre Kraft

  • Aus Magie wird Mechanik

Wie fühle ich mich jetzt:

Die Ergebnisse dieses Experiments sind für mich extrem spürbar. Ich bin...

  • Ausgeglichener

  • Freier

  • Entspannter

Meine Gedanken sind „weicher“ und die Fähigkeit meine Handlungen noch effektiver zu kontrollieren, führt auch in anderen Bereichen zu mehr:

  • Umsetzungskraft

  • Willensstärke

  • Ruhe

  • Freude

Eine Art „softer Fokus“ ist der neue Standard und ich fühle mich sehr erfüllt und happy!

In der Hoffnung, dass du dir jetzt denkst: "66 Tage? Kein Problem - Challenge accepted!" wünsche ich dir mehr Entspannung und Glück in deinen Tagen! Nur das Beste, danke für dein Interesse!

All the best, stay inspired, Matthew

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